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Der Weltfrauentag und die Suche nach dem starken
Geschlecht!
8. März – Weltfrauentag! – Hättet Ihr es gewusst oder befindet
Ihr Euch in der guten Gesellschaft der Mehrheit der Bundesbürger, die
diesem „Ereignis“ entweder keine Bedeutung beimessen oder aber noch nie
etwas davon gehört haben?
Entstanden aus einer Bewegung im Kampf um die Gleichberechtigung und das
Wahlrecht für Frauen zu Beginn des 20. Jahrhunderts, ist der Weltfrauentag
heute ein von feministischen Organisationen politisch-ideologisch
geprägter „Kampftag“, bei dem auf existierende Problemstellungen
hingewiesen und bei dem politische Forderungen meist sehr plakativ
verkündet werden.
Zugegeben: Dies ist die Einschätzung eines Mannes, der das Ansinnen der
Damen und die Berechtigung zur politischen Agitation damit aber absolut
nicht in Frage stellen möchte.
Global sind Gleichberechtigung und Frauenrechte wie die UN feststellt nach
wie vor ein erhebliches Problem und das Aufzeigen von Missständen ist hier
geradezu unabdingbar. Auch wenn in unserem Land vergleichsweise gute
Zustände herrschen, verdeckt dies doch statistisch die vielen
Einzelschicksale, die es auch bei uns gibt und die wir mehr oder weniger
ungern wahrnehmen.
Keine Frage! – Politisch wurde in den vergangenen Jahrzehnten in
Deutschland viel auf den Weg gebracht. Gesetze
zur Gleichstellung von Mann und Frau wurden auch in einer nach wie vor
patriarchalisch geprägten Gesellschaft verabschiedet und umgesetzt und
dies ist nicht zuletzt den zu Beginn leicht verniedlichten feministischen
Aktivistinnen
zu verdanken, die nach der Devise „steter Tropfen höhlt den Stein“
Kleinerfolg nach Kleinerfolg feiern konnten.
Ich stelle mir vor dem Hintergrund der Menschheits-Geschichte heute
einfach einmal die Frage, warum das vermeintlich starke Geschlecht (ja
sicher: ich meine den Mann) die Führungsrolle nahezu immer inne hat und ob
diese Dominanz gut und/oder richtig war.
Wenn man sich gegenseitig mit Knüppeln auf den Kopf haut oder aber
Konflikte im Ringkampf löst (wie in der späten Steinzeit der Fall),
definiert sich das „starke Geschlecht“ zunächst einmal über den
prozentualen Anteil der Muskelzellen und die genetische Disposition. 1:0
für die Männer!
Nun lehrt uns die allgemeine Erfahrung, dass es neben der physisch
messbaren Kraft auch Dinge gibt, bei denen die Frauen im Bezug auf
„Stärke“ besser abschneiden als die Herren der Schöpfung: Frauen können
Schmerzen und Stress besser ertragen und haben auf emotionaler Ebene oft
Fähigkeiten der Stärke, die Männer in Bewunderung oder aber tiefe
Verzweiflung stürzen kann.
Dass es keinen Schiedsrichter gibt, der unter diesem Aspekt einen „Kampf
der Geschlechter“ leiten oder gar bewerten kann, ist das „Aufwiegen“ zwar
ein zutiefst menschlicher Zug, aber im Grunde stetig zum Scheitern
verurteilt.
Ohne die gesamte Komplexizität des „Kampfes“ hier beschreiben oder gar
bewerten zu wollen, möchte ich nur einen Teilaspekt ansprechen, der auch
einen direkten Bezug zur thematischen Ausrichtung des Beverly hat. Alles
andere würde ausufern und den Rahmen der Kolumne deutlich sprengen.
„Der Mann ist so beschaffen, dass er dem
vernünftigsten Argument eines Mannes widersteht, aber dem unvernünftigsten
Blick einer Frau erliegt.“ (Honoré de Balzac)
Richtig? – Möglich? – Falsch? – Ebenso wenig wie es „den Mann“ gibt, ist
der Begriff „die Frau“ zur Verallgemeinerung geeignet. Darum kann man nur
mit vermeintlich feststehenden Rollendefinitionen argumentieren, die
natürlich im subjektiven Fall keine „Wahrheit“ haben mögen.
Die generellen Schwerpunkte von Rationalität im Verhältnis zu
Emotionalität sind fester Bestandteil der Rollenbild-Prägung. Mann = Mehr
rational; Frau = Mehr emotional.
Wenn man an diesem Punkt zur Frage nach dem „starken Geschlecht“
zurückkehrt und das Bon Mot des Kollegen Honoré de Balzac bedenkt, ergibt
sich für mich in der Conclusio, dass zumindest im Bezug auf das, was wir
„Beziehungen“ nennen, Emotionalität in bestimmten Konstellationen die
Rationalität schlägt. Ohnehin erscheint mir zwischen dem was wir Verstand
oder Kopf nennen und dem was wir Herz oder Bauch nennen auch auf eine
einzelne Person bezogen eine grundsätzliche Diskrepanz zu bestehen. Zwei
Seelen in einer Brust (sei diese nun männlich oder weiblich, wobei
ich die weibliche zwinkernd bevorzuge) sind eher ein Sinnbild für den
Kampf zwischen Kopf und Herz oder aber Kopf und Bauch.
Das es hier mit der Einführung des „Bauchs“ einen 3. Kompetanten gibt,
verändert das Kräfte-Verhältnis rein rechnerisch auf 2:1. Bei einer
Verbündung von Herz und Bauch muss die Ratio zwangsläufig passen.
Auf unserer Suche nach dem „starken Geschlecht“ würde ein „mehr“ an Herz
und Bauch bei den Frauen die angeblich rationale Dominanz des Mannes
brechen. Ob hieraus evtl. männliche Gewalt oder Machtausübung resultieren?
Im Bereich der Erotik und bei der Ausübung des Geschlechtsaktes (ein Wort
das so merkwürdig klingt das einem ganz anders wird) definiert Freud den
„Penisneid“ der Frau. Angeblich signalisiert das männliche Glied die
Stärke im „Verkehr der Geschlechter“ und die Frau empfindet das
Nichtvorhandensein des „Gliedes“ als unterbewusste Form der Kastration,
die ihr Rollenbild und ihr Sexualverhalten mehr oder minder begründet. Ein
alter Chauvi … der Herr Freud!
Die Missionarsstellung ist schon rein sprachlich eine Form der Ausübung
von Stärke, da die „Unterlegene“ bei bildlicher Darstellung eindeutig
feststeht (Freunde legt den Porno ein!). Auch beim „Doggy“ ist der erhöhte
Kopf und das Knien der Frau geradezu symptomatisch.
Wenn es nicht die „Reiterstellung“ gäbe, könnten wir zumindest
stellungstechnisch das „starke Geschlecht“ nahezu eindeutig definieren.
Da das männliche „Geschlechtteil“ zudem (in den meisten Fällen) eindeutig
zu sehen ist und die Frau hier eindeutig das „Nachsehen“ hat (man beachte
die visuelle Begrifflichkeit), ergibt sich hier schon wieder ein Pluspunkt
(?) für uns Herren.
Doch ist Sex eine reine Form der Machtausübung oder der Beweis von Stärke?
Man möge nur bedenken, dass bei mangelnder Manneskraft das Gleichgewicht
sehr schnell verloren geht und statt „Penisneid“ eher „Bedauern“ Einzug
hält. Das Viagra (10-jähriges Jubiläum in diesem Jahr) weniger als
wirkliches medizinisch indiziertes Mittel, sondern vielmehr als
„stärkendes Präparat“ eingesetzt wird, spricht Bände und verrät uns
einiges über den männlichen Wunsch nach Stärke und Dominanz.
Ein Mann, der nicht kann oder will , fällt auf! – Eine Frau, die nicht
kann oder will bleibt in vielen Fällen unentdeckt.
Wer ist unter diesem Aspekt das „starke Geschlecht“?
Wenn man nun im dritten Schritt all diese Überlegungen zusammenfasst und
daraus ein Sammelsurium aus Ratio, Herz, Bauch, Stark, Schwach bildet,
nähert man sich der Problematik, die das Ganze beinhaltet. Mathematisch
gesehen eine Gleichung mit viel zu viel Unbekannten. Philosophisch gesehen
ein möglicher Beweis für Chaos als Grundform der
menschlichen Existenz.
Menschliches Zusammenleben, sexuelle Beziehungen, Stärke und Schwäche,
Logik und Unlogik, Verhalten und Bewertung sind Dinge, die unser Kopf nur
in den wenigsten Fällen in Einklang zu bringen vermag. Unter diesem Aspekt
ist sogar die eigene Existenz oder besser gesagt das eigene Dasein immer
ein Wagnis, zu dem es aber (mit Ausnahme des vorzeitigen eigen-initierten
Ablebens) auch keine Alternative gibt.
Die Frage wer wirklich der „Stärkere“ ist, bleibt nach meiner Einschätzung
nicht beantwortbar!
Ob man danach streben sollte es trotzdem herauszufinden? – Wer mag soll es
versuchen!
Ein Bericht aus den vergangenen Tagen war interessant: Forscher aus Japan
wollen herausgefunden haben, dass die zukünftige Weltherrschaft nur von
Frauen ausgeübt werden kann. Die schlauen Soziologinnen und Soziologen
haben dabei die Entwicklung der Weltgeschichte verfolgt und die
Frauenbewegung als Start der Veränderung im Geschlechter-kampf erkannt.
Auf der Zeitachse soll der Wandel binnen 100 Jahren die Verhältnisse
völlig wandeln.
Nun … das werden wir alle nicht erleben. – Mir persönlich ist es auch
nicht wichtig, da ich die Einzelfallprüfung dem wissenschaftlichen Dogma
und der Verallgemeinerung vorziehe.
Um zum Ausgangsthema zurück zu kehren:
„Frauenbewegung“ ist für mich durchaus positiv … und da denke ich nicht
etwa an Werner Brösel, der sich darüber freut, dass die Mädel beim … na
ihr wisst schon … nicht nur stillhalten. Doch dieser altbekannte Kalauer
nur am Rande …
Eine schöne Woche wünscht Euch
Onkel Marcus
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