Paris ... die Stadt der Sünde?

Pah ... ein Klischee! - Behauptet Onkel Marcus, seines Zeichens Marketing-Direktor des Beverly und ein Frankreich-Kenner der 1. Stunde.


Wie ist es mit Paris und der Sünde? - Sehr mässig, muss ich nach unzähligen Besuchen in der französischen Hauptstadt feststellen. Was in Werbung und touristischer Vermarktung nach "La Boheme" klingt, entpuppt sich in der Normalität als
Konservatismus der Sonderklasse.

"En detail" ... wie der Franzose sagt:

Prostitution ... ist in unserem Nachbarland ... verboten und findet nur im Untergrund oder in besonderes dunklen Gassen
statt. In ganz Paris gibt es kein offizielles Freudenhaus, kein Eros-Center und keine Privatadressen, bei denen man
spontan und ohne die Gefahr gesetzlicher Verfolgung aufschlagen könnte. Touristen, die in Scharen in die vermeintliche
"Stadt der Liebe" einfallen, und an Place Pigalle oder Place de Clichy nach willigen Damen suchen, werden regelmässig enttäuscht. Es gibt unzählige Animierbars und Liveshows, jedoch geht es in den Bars über das Animieren nicht hinaus und in den Liveshows sieht man (wenn man etwas Glück hat) eine schwarzes Paar vor einer schwarzen Wand. Das die Getränke in den Bars "extraordinaire" teuer sind und man in den Liveshows ausgenommen wird wie die sprichwörtliche Weihnachtsgans, verschweigen schwelgende Paris-Portale nur zu gerne. Ein Trip durch das nächtliche Paris beinhaltet immer massive Gefahr für den touristischen Geldbeutel ... von Preis/Leistung wollen wir besser nicht reden. Behördlich genehmigtes Ausnehmen von Erotik-Touristen ist für mich eine Sünde ... aber zu unserem "Sünden-Begriff" passt das
leider nicht.

Wohin rennt der Lustreisende, wenn es ihn in Paris "überkommt"? - In den "Bois de Bologne" ... einen großen Stadtpark
am Rande der Stadtautobahn, wo man hinter jedem 2. Baum eine aufgeblasene Lust(ähh Luft)matraze findet. Wieso gehen so viele schlecht geschminkte Damen nachts in diesen Park? - Tja, zum einen sind die meisten Damen eh verkleidete oder umgebaute Herren, zum anderen ist das Feld hier im Hinblick auf immer wieder stattfindende Einsätze der französischen Polizei gut einsehbar und wenn eine Transe die Schuhe fortwirft und zu rennen beginnt, sind die
Männer der CRS nicht weit. Einkassieren, ab aufs Revier ... der (teure) Alptraum für "Damen" und Freier. Auch der
gesundheitliche Aspekt darf nicht verschwiegen werden: Beschaffungs-Prostitution (Drugs) trifft hier auf Leichtsinn jeglicher Art und ohne "Jucken" kommt man in den meisten Fällen nicht aus dem Wald. Nicht das jemand nun Falsches denkt! - Ich habe mir den Wald angesehen, konnte aber keine Inspiration verspüren. Der Onkel war .... sittsam!

Wer nun die schmutzige Matraze hoffentlich verschmäht, dem sei ein Besuch in einem der teureren Pariser Hotels
"bedingt" empfohlen. Wie in aller Welt haben die Hotelbars zu später Stunde einen deutlichen "Damen-Überschuss",
angesichts des erotischen Mangels sind jedoch die Preise äußerst böse, zumal man in jedem Fall zusätzlich ein Zimmer benötigt. Ich hatte vor einigen Jahren geschäftlich im Hilton Paris zu tun und beobachtete das Bar-Schauspiel jede Nacht.
Wie blöd oder geil kann man eigentlich sein ... als Mann ... Sorry für den Hieb!

Was ist mit den "Swingern"? ... Hierzu muss man(n) wissen, dass sich das französische Swingen gänzlich von unseren
gewohnten Gepflogenheiten unterscheidet! - Dresscode findet man nur bei grossen Event-Parties, ansonsten geht man
im Anzug und vereinzelt auch im Strassenlook in den Club. Umziehgelegenheit, Duschen etc. ... ofmals nicht vorhanden.
Nach dem Motto "Rock hoch ... Hosen runter" geht es sehr rustikal zur Sache ... und richtig "stylisch" kann man dies
nicht finden, es sei denn, man hat einen etwas abgefahrenen Geschmack. Übrigens gibt es zwei unterschiedliche
Swingerclub-Formen ... libertin und echangiste ... im libertinen Club ist alles frei und offen, vergleichbar unserem Motto
"alles kann ... nichts muss". "Echangiste" heisst hingegen: Pflicht zum Partnertausch! - Wer sich dieser Pflicht entzieht ... fliegt hochkantig raus! - Darum Vorsicht, bevor man ein solches Haus betritt! - Onkel Marcus pflog raus ... da er nix tauscht ... der alte Spielverderber!

Nun ... die Sünde, wie ich sie möglicherweise schätzen würde, konnte ich bei meinen zahlreichen Solo- und Paar-Trips
in meinem früheren Leben in Paris nicht finden. Doch zum Glück gibt es ja Kultur, hervorragendes Essen und Trinken und dieser Umstand vermag zu trösten. Nach Paris fährt man bevorzugt mit Partner(in), denn dann kann man die "Pariser Romantik" durchaus geniessen und in der Regel braucht man in dieser Kostellation keine weiter erotische Inspiration.

Paris ... ich vermisse Dich ... werde aber (nicht etwa der Sünde wegen) bald zu Dir zurückkehren! - Mit wem? ... Ich
weiß es, aber ich will Eure Fantasie nicht schmälern.


Eine schöne Woche wünscht Euch

Onkel Marcus